Swissair-Absturz vor Halifax – Episode 1: Die Katastrophe, die die Schweiz erschütterte

Shownotes

Am 2. September 1998 stürzte Swissair-Flug 111 vor Halifax ab, 229 Menschen starben. Der Kinofilm «111 – Echoes from Halifax» erzählt nun die Geschichte der Katastrophe und ihrer Folgen. Im begleitenden Podcast blicken Luftfahrtjournalist Stefan Eiselin sowie die ehemaligen Swissair-Mitarbeiter Mathias Mölleney und Urs-Peter Naef auf die Katastrophe und ihre Folgen zurück. Entstanden ist der Podcast in den Studios von Ringier, in Zusammenarbeit mit C-Films und Aerotelegraph.

Transkript anzeigen

00:00:00: Am zweiten September, und am nächsten September, veränderte ein Flug das Leben von vielen Menschen.

00:00:07: Swiss Air-Flug-Einhundertel von New York nach Genf ist über dem Atlantik vor der Küste von Halifax abgestürzt.

00:00:15: Alle zweihundertundzwanzig Menschen an Bord sind damals ums Leben gekommen.

00:00:19: Über die Zeit danach – und die langfristigen Auswirkungen dieser Katastrophe gibt es jetzt einen ganz neuen Kinofilm!

00:00:26: One Eleven Echoes from Halifacts.

00:00:41: Wer von euch hat Special Assistance Training abgeschlossen?

00:00:44: Machen Sie bereit für einen Flug nach Helifex, um der Familie

00:00:53: zu

00:00:58: helfen.

00:01:19: Jetzt am ersten Oktober kommt dieser Film in die Kinos, hier in der Schweiz.

00:01:24: In diesem Videopodcast wollen wir auf die Fakten schauen was es damals passiert an Bord von Swissair-Einhundertelf und wir sprechen mit Zeitzeugen.

00:01:32: Willkommen zu dieser Zeitreise Und zuerst spreche ich mit dem Schweizer Luftfahrtsjournalisten Stefan Eiselien.

00:01:38: Stefan, es gibt ja so ein paar Momente im Leben – da weiß man ganz genau wo man gewesen ist.

00:01:42: Kannst du dich noch an den Moment erinnern als du von dem Absturz der Swissair-Maschine gehört hast?

00:01:48: Absolut!

00:01:49: Das war für mich einen ganz speziellen Moment und zwar ich war damit einer Kollegin auf eine Radtour in Afrika.

00:01:59: Wir waren irgendwo im Busch Und da gab es einen Bar.

00:02:03: am Abend, waren wir in einem Bar und da gab's ein Fernseher unterlief CNN.

00:02:11: Und plötzlich kam da irgendetwas von einem Flugzeug absturz.

00:02:14: ich dachte zuerst ja das gibt's irgendwo sein Afrika oder irgendwo und plötzlich höre dich dann von weiter durch dass es Swisse ist Und dann hat mich das schon elektrisiert, weil das Hildmann für unmöglich faktisch.

00:02:28: Ja es war ja damals auch so tatsächlich dass die Flangen hier in der Schweiz auf Halbmast wehten.

00:02:34: Das zeigt ja auch die Dimension dieses Absturzes.

00:02:37: was bedeutet dieser Absturz der Swiss Air Maschine für die Schweiz?

00:02:42: Es war so eben die Swisse, dass das gehörte quasi dem Volk oder es war schon Börsen notiert.

00:02:48: Aber trotzdem ist das die National Airline.

00:02:51: Die war erfolgreich.

00:02:53: oder hatte man zumindest noch das Gefühl in jener Zeit, dass ich galt als sehr sicher die besten Piloten und das kam natürlich dann ein bisschen ins Wanken.

00:03:05: Das war auch ein nationales Selbstverständnis, das ein bisschen angekratzt wurde.

00:03:09: damals

00:03:10: Das Flugzeug, das abstürzte.

00:03:12: Das war eine damals moderne McDonald-Duckles MdE.

00:03:15: Was war das für ein Flugzeug?

00:03:16: Das ist ein sogenannter Dreistrahler.

00:03:19: Also heute wenn man über den Atlantik fliegt hat man meistens zwei Triebwerke also einfach links und rechts eins.

00:03:26: Und ein Dreistahler der hatte oben im Leitwerk nochmals ein Hilfstriebwerk, ein kleineres Triebewerk.

00:03:32: aber dass es doch brauchte zum Beispiel beim Start von dem her erkennt man das Flugzeug relativ schnell, wenn man sieht.

00:03:41: Das fliegt zum Teil noch jetzt als Frachter nicht mehr im Passagierdienst.

00:03:46: Es war ein modernes Flugzeug, galt wirklich top zu jener Zeit und war vor allem Langsteckenverkehr im Einsatz.

00:03:57: Ja die Maschine startete damals in New York JFK um zwanzig Uhr.

00:04:01: achtzehn Ortszeit Ist dann Richtung Genf gestartet?

00:04:04: Was passierte zuerst am Bord?

00:04:06: Am Bord, das war ein ganz normaler Flug.

00:04:09: Es ist ein typischer Flug über Nacht oder man startet in den USA am Abend es ist dunkel die Leute sind schon müde Die Essen legen sich hin und man fliegt über den Atlantik dann richtig Richtung Genv.

00:04:24: Also da lief alles ganz normal bis zu dem Zeitpunkt, wo dann eben zum ersten Mal ein Problem auftauchte.

00:04:33: Was die Piloten dann auch bemerken?

00:04:35: Ja sie haben etwas gerochen.

00:04:36: Sie haben gemerkt irgendwas richtig komisch Rauch im Cockpit und das ist ja für Piloten der schlimmste was man im Flugzeug eigentlich erleben kann.

00:04:43: Genau es ist etwas auf jeden Fall dass dir sofort sagt hey da muss ich jetzt mal näher gehen, da muss sich schauen wohin kommt das.

00:04:51: Es gibt verschiedene Möglichkeiten Aber man muss es definitiv abklären.

00:04:56: Und da ging's ja dann auch sehr schnell, dass eben nicht nur der Geruch da war sondern auch wirklich sichtbarer Rauch.

00:05:03: Welche Auswirkungen hatte denn dieses Feuer?

00:05:07: Sie wussten ja in dem Moment noch nicht das es ein Feuer ist sondern irgendwoher kommt Rauch.

00:05:12: also das ist kein gutes Zeichen und dann muss man abklär'n was man als Pilot machen muss und was man machen will.

00:05:22: Das ist geregelt.

00:05:24: Man hat zum Beispiel Checklisten, da komme ich vielleicht nachher nochmals drauf, wo ganz genau vorgeschrieben ist wie gehst du als Pilot hin wenn du im Cockpit bist und eine gewisse Situation auftritt?

00:05:39: Damit will man Entscheidungshilfen geben dem Cockpitpersonal in solchen Situationen.

00:05:45: Die Q hat natürlich reagiert, ist diese Checkliste ein Stück für Stück durchgegangen und hat dann aber auch einen Notruf abgesetzt.

00:05:52: Weil dann doch ziemlich schnell klar war.

00:05:54: also diese Situation ist wirklich außergewöhnlich.

00:05:56: man hat sich dann entschieden nach Harry Fax zu fliegen wollte da not landen.

00:06:02: was passierte dann in den kommenden Minuten?

00:06:05: Also wie du gesagt hast, sie haben sich entschieden statt in Boston oder zurück nach New York oder nach Montreal nach Halifax zu gehen.

00:06:14: Das ist der nächste Flughafen der Flugzeuge von dieser Größe aufnehmen kann.

00:06:19: das war die richtige Entscheidung.

00:06:21: oder wenn so ein dramatisches Problem auftritt und diese Rauch wurde ja sehr schnell sehr viel stärker Da setzt du als Pilot die Sauerstoffmasken auf, damit du weiterhin klar denken kannst.

00:06:36: Weil das ist ein großes Problem.

00:06:39: Aber die Sicht hat sich verschlechtert und es ging ja dann relativ schnell auch, dass Instrumente ausgefallen sind.

00:06:45: Also irgendwann bist du tatsächlich ein bisschen im Blindflug.

00:06:48: Das ist ja da dramatisch passiert.

00:06:53: Sie haben gesagt oder sie sind zu schwer für die Landung in Halifax?

00:06:58: Und das kann man vielleicht im Nachhinein als Fehler toxieren.

00:07:05: Aber es ist natürlich immer sehr einfach, mit den fünf und zwanzig Jahren Abstand so etwas zu beurteilen.

00:07:10: Es gibt ja auch Experten die sagen, diese Situation war eigentlich so oder so aussichtslos weil sich das Feuer sehr schnell ausgebreitet hat folgen dann im Cockpit für die Technik auch einfach zu groß gewesen sind.

00:07:21: Absolut,

00:07:23: also sie hätten es versuchen können direkt nach Halifaxi zu gehen.

00:07:26: aber das habt ihr auch ein Birken Risiko oder?

00:07:29: Das Flugzeug ist vollgetankt für diesen Transatlantikflug Also viel zu schwerer für eine Landung.

00:07:36: Eine zu schwere Landung und das hat Risiken birgt das?

00:07:40: Das kann zum Beispiel wenn man zu hart aufsetzt dass Fahrwerk kann brechen Es kann sogar durchbrechen je nachdem.

00:07:48: Es kann ein Feuer entstehen, es kann ein unkontrolliertes Landen entstehen.

00:07:52: Das birgt alles riesigen mit sich.

00:07:54: im Nachhinein.

00:07:55: eben wenn wir gesehen haben was passiert ist könnte man sagen vielleicht wäre das die bessere Entscheidung gewesen aber auch dann wäre es extrem knapp geworden.

00:08:05: und Sie haben eigentlich genau nach den Richtlinien des Wissers damals gehandelt.

00:08:15: Ausführliche Checklisten oder es ging darum, sie wollten eigentlich eruieren.

00:08:20: Wo ist das Problem?

00:08:21: Wo ist der Herd dieses Grandes?

00:08:23: und da gab's riesige Checklisten und wenn man die erste gemacht hat, müsste man auch die andere machen.

00:08:28: Die haben zwanzig fünfzehn Punkte und wenn wir das nicht lokalisieren kann dieser Problem, macht man die nächste Checkliste.

00:08:35: Das hat Zeit gekostet.

00:08:37: Es ist das eine daneben dass sich entschieden haben Statt direkt nach Halifax zu gehen, nochmals zu kreisen und Treibstoff ablassen.

00:08:46: Das geht eben genau darum dass sie leichter werden wollten.

00:08:50: das eine Landung eben keine Probleme ergibt hat natürlich Zeit gekostet.

00:08:56: Man muss sich natürlich vorstellen, die Situation da oben über dem Atlantik.

00:08:59: draußen war es dunkel Rauch im Cockpit.

00:09:02: Stress dann die Kommunikation auch mit der Flugsicherung also wirklich unglaubliches was da geleistet wurde Im Cockpit.

00:09:09: wie ist dieser Flug am Ende tragischerweise geendet?

00:09:14: Der Brand wurde so stark oder dass eigentlich alle wichtigen Systeme ausgefallen sind War ja so ein Glimmbrand oder?

00:09:25: Das war jetzt nicht ein Feuer mit riesigen Flammen und dadurch auch nochmals viel schwieriger zu erkennen.

00:09:32: Oder der hatte aber schon eigentlich alle wichtigen Systeme ergriffen, also das Flugzeug war irgendwann nicht mehr kontrollierbar die Piloten sind im Cockpit nichts mehr.

00:09:42: Die Instrumente sind ausgefallen da gab es keine Chance mehr und das Flugzeuge ist ja dann auch quasi faktisch wie ein Stein vom Himmel gefallen

00:09:51: Rein in den Atlantik.

00:09:53: Was begann danach?

00:09:54: Wie müssen wir uns die Rettungsaktionen dann vorstellen, danach?

00:09:59: Es ist ja passiert für Pegis Cove ein Fischerdorf, ein kleines Fischendorf da bei Halifax in der Nähe.

00:10:10: Das haben Leute sogar beobachtet und sehr schnell sind Fischer aus diesem Dorf rausgefahren und haben bei der Suche geholfen, aber sie haben keine Überlebenden mehr gefunden.

00:10:23: Sie haben Wrackteile gefunden, sie haben Gepäckstücke gefunden, Sie haben Leichen gefunden.

00:10:32: also das war sicher ein sehr tauriges und schwieriges Bild Aber die waren sehr schnell zu stellen, das muss man sagen.

00:10:42: Das war eigentlich schon eine Riesenleistung von dieser Gemeinde.

00:10:47: Danach begann ja dann auch die professionelle Bergung der Opfer und des Wrages.

00:10:52: Dann wurde nach der Ursache für diese Katastrophe gesucht.

00:10:56: Dafür wurden viele Flugzeugteile aus dem Meer an Land geholt.

00:11:03: Ein Großraumflugzeug verpackt in vierhundert Kartonschachteln.

00:11:07: Hunderttausende von Trümmer-Teilen warten in einem Hangar auf die Inspektion durch Flugunfallspezialisten.

00:11:12: Jede dieser Kisten enthält Trümme eines einzelnen Flugzeugteils, hier das Seitenroder mit dem Schweizer Kreuz.

00:11:23: Die meisten Teile sind kaum größer als zwanzig Zentimeter was eine Rekonstruktion sehr schwierig macht und auf der Blackbox fehlen die letzten sechs Minuten.

00:11:32: Ist es unter diesen Umständen möglich die Unfallursache herauszufinden?

00:11:43: Wir

00:11:43: sind zuversichtlich, dass uns dies gelingt.

00:11:45: Wir erhalten vom Meeresgrund sehr gutes Beweismaterial und werden bald wissen was mit diesem Flugzeug

00:11:50: passierte.".

00:11:52: Es ist

00:12:04: wie bei fast allen Unfällen und Abstürzen eine Verkettung von Umständen, oder?

00:12:11: Hier ganz sicher das Wichtigste ist dass man elektrische Schaltkreise zu nahe aneinander gebaut hat.

00:12:19: Also durch das gab es so einen Lichtbogen.

00:12:22: Das ist quasi wenn Luft die Ansicht nicht energetisch geladen ist durch zwei elektrischen Pulse plötzlich entzündet wird.

00:12:32: Das ist hier passiert, dass das eine.

00:12:35: Es gab Fehler bei der Isolierung des Unterhaltungssystems.

00:12:39: also das ist das was du kennst vom Flug von Bildschirm im Sitz.

00:12:44: Das war damals ganz neu.

00:12:47: Das war toll, oder?

00:12:48: Dass man das hatte und dann ganz früher kannte man noch... Also ich kannte das

00:12:52: noch im Fernsehen.

00:12:53: Eine

00:12:54: Leinwand die in der Mitte des Flugzeugs runtergezogen wurde und da musste jeder den gleichen Film schauen.

00:13:00: Das ist damals neu dass jeder eigentlich an ein eigenes Programm hat.

00:13:03: Aber die swisse eher ein echter Vorreiter muss man sagen.

00:13:05: Da bin ich sehr stolz auf dieses System.

00:13:06: Absolut

00:13:07: genau!

00:13:07: Und das war auch für den Kundendienst natürlich wie das Kunden erleben ist was so einen riesen Fortschritt.

00:13:13: Aber eben man hat da Materialien verbaut, die eigentlich brandschusttechnisch nicht geeignet waren.

00:13:20: Man muss vielleicht auch noch mal zurückblicken oder nach vorne schauen was nachher passiert ist.

00:13:26: Im Brandschutz hatte man eine ganz extreme Verschärfung der Maßnahmen gemacht also was Materialen bieten können.

00:13:34: Es geht inzwischen jedes Material vom Teppich bis zur Tapete bis zum Becher, der in dem was serviert wird.

00:13:46: Das muss alles Standards entsprechen damit dieser Brandschutz gewährt ist oder man macht alles, dass ein Braun sich nichts ausbreiten kann.

00:13:55: Okay da haben wir schon mal so eine Lehre aus dieser Flugzeugkatastrophe.

00:13:59: aber gibt es am Ende so den Einverantwortlichen?

00:14:01: Oder wie schaut man jetzt Jahre später auf die Verantwortung?

00:14:05: Das ist

00:14:05: definitiv das also was wir jetzt gesammelt sind In-Flight Entertainment System dieses IFE wo die Verkabelung einfach schlecht isoliert war, auch mit dem falschen Material.

00:14:16: Es wurde falsch verbaut oder so wie man es heute nicht mehr machen würde.

00:14:19: Man würde das viel besser trennen und das war eigentlich der Auslöser ja.

00:14:24: Aber man hat zum Beispiel auch andere Dinge gemacht.

00:14:27: Zum Beispiel wir haben das mehrmals erwähnt diese Checklisten oder?

00:14:31: Die waren einfach unendlich lange Und man hat danach gesagt sie müssen praktikabler sein, die müssen schneller sein Und man hat das Training für Piloten im Fall von Feuer.

00:14:45: Das hat man nochmal verschärft, oder?

00:14:47: Weil man einfach gesehen hat wie schnell das gehen kann.

00:14:50: Also da sieht man aus jeder Flugzeugkatastrophe, aus jedem Absturz wird auf jeden Fall die Luftfahrt immer ein bisschen sicherer.

00:14:57: Ja wenn man über die letzten fünfzig Jahre schaut was die Todeszahlen sind in der Luftfahrts massiv zurückgegangen also mal vielfaches Und das heißt, gleichzeitig hat jeder Verkehr massiv zugenommen.

00:15:14: Also wir haben eigentlich eine Entwicklung so beim Verkehr und bei den Apferzahlen etwas Gegenteilige oder?

00:15:22: Hier wurden gigantische Fortschritte in der Sicherheit gemacht.

00:15:25: Das heisst nicht dass man immer wieder etwas lernt auch aus tragischen Unglücken.

00:15:32: Es ist nicht so, dass nie mehr etwas passiert Und es gibt dieses Markabere, die Redewendung auch.

00:15:40: Das Regelbuch der Luftfahrt ist mit Blut geschrieben.

00:15:43: das heißt eigentlich genau dass man aus jedem Unglück auch etwas lernt und gerade darum macht man ja diese Unfalluntersuchungen.

00:15:53: die kosten hunderttausende von Euro und Franken.

00:15:58: Wir brauchen Zeit oder das ist nicht eine Sache, die man in drei Wochen hat.

00:16:02: Sondern es braucht ein bis zwei Jahre, bis man wirklich die Ursache hat.

00:16:06: und man wendet hier sehr viel auf.

00:16:08: Nicht nur weil man natürlich den Hinterbliebenen schuldig ist dass die Erfahrung was genau passiert ist sondern genau weil man da auslernen will.

00:16:17: Infos und Einschätzungen vom Luftfahrtsjournalisten Stefan Eiselin.

00:16:20: vielen Dank!

00:16:22: Und weiter geht unsere Zeitreise mit Menschen, die damals bei der Swiss Air gearbeitet haben.

00:16:27: Die den Absturz ganz unmittelbar erlebt haben zum Beispiel Matthias Möllenei.

00:16:32: er war damals Personalchef der Airline.

00:16:35: Herr Müllenei was war die Swissair Ende der Neunzehnhundert neunziger Jahre für ein Unternehmen?

00:16:40: Ja es war in der Airlines Industrie das renommierteste.

00:16:43: Das war so.

00:16:44: der Diamant in der Szene war vor her zwanzig Jahre bei Lufthansa.

00:16:49: Und wir haben eigentlich immer mit Bewunderung auf die eigentlich kleinere Swiss, aber trotzdem geschaut und hat immer die Idee irgendwann wollen wir mal so gut werden wie die was Kundenfeedbacks usw.

00:17:00: angeht.

00:17:01: also in vielen Punkten waren wir auf Augenhöhe Aber ich glaube im Bezug Kundenerlebnis War das schon der Maßstab?

00:17:08: Sie waren ganz neu im Unternehmen Ich glaube so ninety-fünf Tage Das heißt sie waren eigentlich gerade noch dabei die Swiss eher so richtig kennenzulernen.

00:17:14: oder

00:17:15: Ja, ja genau.

00:17:16: Ich hatte mir zufällige Reise gerade an dem Morgen also ich ins Auto gestiegen bin noch überlegt.

00:17:20: jetzt habe ich ninety fünf Tage.

00:17:21: was mache ich an meinem hundertsten Tag?

00:17:23: das er mit dieser berühmten Tag?

00:17:25: Was mache ich da?

00:17:26: und dann kam die Nachricht im Radio und hat sich das Ergebnis erledigt das Thema oder

00:17:31: okay reden wir gleich nochmal genauer über den tag des Absturzes.

00:17:35: wie waren sie auf so etwas vorbereitet?

00:17:37: kann man sich darauf vorbereiten?

00:17:40: Man muss sich auf das vorbereiten, glaube ich.

00:17:43: Man kann sich nicht auf jedes Detail vorbereiten – das ist ganz klar!

00:17:47: Aber die Swisse hatte einen komplett nach damaligen Standard maximal ausgestatteten Kommunikationsraum für das Krisenteam oder den Krisenstab und mein Glück war dass der Krisen-Stab trainiert mindestens einmal im Jahr dass wirklich jeder weiß, was er oder sie zu tun hat.

00:18:08: Genau dieses Training war in diesen neunzig Tagen also hinter der Zeit wo ich mich eingearbeitet habe.

00:18:13: Ich wusste also ganz genau was mich erwartet.

00:18:15: Die wusste genau in welchen Raum und welche Stuhl, welcher Computer es war.

00:18:20: von daher sich zu überlegen was mache ich jetzt als nächstes?

00:18:23: Hat sich erübrigt weil das klar war.

00:18:25: Das ist das Entscheidende oder das ist entscheidende.

00:18:28: und trotzdem ist natürlich schon klar Man kann Checklisten hundertmal ausprobieren, man kann alles durchgehen im Detail.

00:18:39: Aber wenn es dann wirklich dieser Krisenfall ist wie Menschen auch die eigenen Kollegen?

00:18:44: Wie die denn wirklich reagieren?

00:18:47: Wer reagiert emotional, wer reagiert cool, wer rennt weg, wer fängt an zu schreien, wer stellt sich tot?

00:18:52: also diese Reaktionen sind nicht trainierbar und auf dem muss man sich anders einstellen.

00:18:58: welche Rolle hatten sie dann so im Fall der Fälle?

00:19:02: Gut, ich war also einerseits klar.

00:19:03: Ich war verantwortlich für alles was mit der Besatzung passiert.

00:19:07: Also die Betreuung der Angehörigen und der Besatzungsmitglieder.

00:19:11: Gleichzeitig aber auch so für andere People-Fragen.

00:19:15: Alles das mit Menschen zu tun hat.

00:19:16: Das heißt also meiner Aufträge war auch mit den Angehöringen, mit den Menschen zu reden, die am geplanten Zielort in Genf auf die Maschine und ihre Passagiere gewartet haben.

00:19:30: Dann gehen wir jetzt mal rein in den September, und was war Ihr erster Gedanke als Sie gehört haben?

00:19:37: Flug-Hundertelf ist abgestürzt.

00:19:39: Ja es war eigentlich der erste Gedankel war Radio-Meldung.

00:19:43: ein Flugzeug wird in der Nähe von Kanada vermisst.

00:19:48: dann die X... Es ist ein Zwisserflugzeug und ich dachte okay das kann gar nicht sein.

00:19:53: Ein Zwisser flugzeug stürzen nicht ab so dieses Selbstverständnis?

00:19:58: Ja, aber es war natürlich so.

00:20:00: In dem Augenblick funktioniert alles automatisch.

00:20:02: Ich weiß noch genau wo in Oster ich im Auto saß, morgens um viertel nach sechs als ich diese Nachricht gehört habe und wie ich dann zur Flughafen gefahren bin, wie ich in das Krisenzentrum gegangen bin und dann ist alles wie ein Film abgelaufen oder?

00:20:16: Herr

00:20:16: Müller, nein wir reden gleich weiter.

00:20:18: Wir schauen jetzt noch mal rein in den neuen Kinofilm One Eleven Echoes from Halifax weil da wird die Situation am Morgen nach dem Absturz von SwissAir-Einhundertelf auch ganz genau beschrieben.

00:21:07: Nur ein paar Minuten später haben die beiden Piloten den Notstand ausgerufen und die Flugzeugkontrolle manuell übernahm.

00:21:25: Nachher ist die Kommunikation mit der Flugleitzentrale abgebrochen.

00:21:30: Sechs Minuten später ist das Flugzeug abgestürzt.

00:21:34: Das ist alles, was wir zum jetzigen Zeitpunkt wissen.

00:21:38: Ja ...

00:21:39: Ist es möglich, dass sie

00:21:39: Überlebende gibt?

00:21:41: Die kanadische Küstenwachter und die Royal Canadian Mountain Police geben dir das beste.

00:21:45: Das wissen wir im Moment.

00:21:50: Emilenei, wie haben Sie die Situation damals in der Swisse erlebt?

00:21:56: Ich war in den ersten Stunden oder in diesem meisten Zeit dieses Tages im Krisenstab.

00:22:03: Also in diesem Raum drin beziehungsweise dann auf dem Weg nach Genf und wieder zurück.

00:22:08: also ich hatte meine eigene Rolle und habe meine Mitarbeitenden aus dem HR die sich auch um die Angehörigen gekümmert haben mehr am Telefon.

00:22:17: Das heißt also diese Stimmung, wie man es jetzt in dem Film Ausschnitt gesehen hat.

00:22:21: Die hat ganz sicher so stattgefunden und die Stimmung war auch überall so aber da war ich nicht dabei.

00:22:27: das habe natürlich nur unser Indirekt mitbekommen über unsere Kommunikationsmittel.

00:22:32: Aber wie nimmt man oder wir haben Sie die Situation damals wahrgenommen?

00:22:35: auf der einen Seite dieser Schock Diese Trauer aber auch okay Wir müssen jetzt trotzdem irgendwie funktionieren weil Es muss ja weitergehen und wir müssen jetzt unsere Arbeit machen.

00:22:44: Genau, also das ist das Wichtige jetzt gewesen zu sagen kümmern um was passiert ist.

00:22:51: Um die hinterbliebenen Prio-I, Prio II.

00:22:54: aber unmittelbar danach wie können wir den restlichen noch bestehenden Flug betrieben?

00:22:59: Es ging ja ein Flugzeug Aber alle anderen flogen ja noch.

00:23:02: Wie können wir das sicherstellen?

00:23:03: Das heißt so schnell wie möglich mit allen Besatzungen Kontakt aufnehmen weltweit dass alle informiert sind denn das wäre das Schlimmste wenn eine Besatzung unterwegs ist und die Passagiere erzählen.

00:23:16: Ich habe da gerade im Online-Medium oder das gab es damals zum Glück ja noch nicht in der Verbreitung, also heute müsste man sagen ich hab das grade im Insta gesehen oder so.

00:23:26: Damals war das noch nicht so.

00:23:27: aber trotzdem die Gefahr dass irgendeiner das hört und unsere Crew informiert bevor sie von uns informiert wurde wäre sehr unangenehm gewesen.

00:23:35: Wie haben Sie das damals gemacht?

00:23:37: Faxgeräte?

00:23:38: Wir hatten alle Kommunikationsmittel dies Dies damals gab.

00:23:41: Wir haben über Satelliten-Kommunikationen, wir hatten direkte Verbindung über Fax gab es damals auch mit allen Hotels wo unsere Crews waren und das war alles aufgegleist.

00:23:55: an alle Hotels, die gegen automatisch an die Hotels an dem Tag von uns benutzt wurden.

00:24:01: Alle Hotels waren informiert dass wenn so eine Nachricht kommt müssen sie sofort ausdrucken jedem Besatzungsmitglied unter der Tür durchschieben das egal wann die aufwachen dass sie diese Message als erstes kriegen.

00:24:11: Das hat generalstabsmäßig funktioniert also auch ohne dass ich gehört hätte es ist irgendeine Panne gegeben hat.

00:24:18: Nächster Punkt dann den Besatzungen klar zu machen die im Einsatz sind Was das für sie bedeutet heißt also, wenn jemand sagt, das hat mich jetzt aber so hart getroffen.

00:24:30: Weil vielleicht ein guter Freund Verwandter

00:24:34: betroffen ist von dem Flug.

00:24:35: Die muss ja jeder jeden gekannt haben.

00:24:39: Man kennt sich untereinander und dass man sagt es ist überhaupt kein Problem.

00:24:43: Wenn irgendeiner sagt ich fühle mich nicht fit zum Fliegen.

00:24:48: Also niemand wird gezwungen, heute an dem Tag zu fliegen.

00:24:51: Das wird sowieso nicht!

00:24:52: Aber heute schon grad gar nicht... Es vererlerns

00:24:53: ja möglich und sagen anfühlt es.

00:24:55: Wenn

00:24:55: einer sagt dann streichen wir den Flug und die Passagiere und alle Menschen auf der Welt haben Verständnis dafür.

00:25:01: überlegt euch das gut ob ihr euch fit fühlt und ob ihr fliegen könnt.

00:25:04: Können Sie noch sagen wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich damals gemeldet haben gesagt haben?

00:25:09: Alle sind geflohen.

00:25:13: Und das ist natürlich aber Das ist gut und schlecht oder gut, dass sie alle geflogen sind.

00:25:18: Andererseits aber auch waren wirklich alle fit.

00:25:21: Ich glaube danach haben wir dann mit allen die Geflogen in dem Tag die Briefings gemacht.

00:25:26: wie hast du das erlebt?

00:25:27: Wie ist es gelaufen?

00:25:28: und ich kann nachher sagen... Ich bin überzeugt Sie waren alle fit zum Fliegen und das hat funktioniert!

00:25:35: Wie groß war denn die Trauer im Unternehmen an den Tagen danach?

00:25:38: Es sind vierzehn Crewmitglieder gestorben?

00:25:40: Ja unglaublich!

00:25:42: Unglaubliche hohe Trauer.

00:25:46: Jeder war irgendwie betroffen.

00:25:49: Die Crew waren keine Anfänger, das waren Leute die schon länger dabei sind, die hatten ihre Kolleginnen und Kollegen Freunde.

00:25:57: Und daher... Das trifft einen wie eine Familie.

00:26:03: Wenn der Cousin stirbt oder die Tochter verunfallt.

00:26:07: Das ist ganz nah dran.

00:26:09: Es bisher war wie eine große Familie.

00:26:12: Deswegen hat es alle auch entsprechend richtig, richtig hart getroffen.

00:26:16: Wie sind Sie da mit umgegangen unternehmen?

00:26:18: Gab es da sowas wie eine Seelsorge die Kehrteams dann auch unterwegs gewesen?

00:26:23: weißt du es?

00:26:24: Ja wir haben viel sehr viel gemacht.

00:26:26: ich habe in der Zeit sehr, sehr intensiv mit dem Walter Meyer und dem Claudio Cimaschi das sind die beiden Flughafenseelsorger zusammen gearbeitet.

00:26:36: Das spannende ist dass beide Der eine ist reformiert, der andere katholisch.

00:26:42: Der eine war aktiver Flight attendant, weil ich muss den Bezug haben.

00:26:47: Also er hat immer mal wieder Einsätze auch als Flight attendant gemacht und der Andere war vorher im Luftreisebüro also hatte sich auch mit Flugbuchungen und mit dem Technischen beschäftigt und kannte eben auch die Passagiere.

00:27:01: Also beide wussten sofort was da jetzt abgeht und was da gefordert ist.

00:27:07: Mit denen Arbeit ich heute noch sehr eng zusammen.

00:27:11: Sie waren wie so ein verlängerte Arm des Personalbereichs, sozusagen ausgelagerte Spezialisten.

00:27:20: Sie haben dann darüber hinaus, haben wir natürlich auch gesagt Wir sind natürlich nicht auf der ganzen Welt nur entweder reformiert oder katholisch.

00:27:29: Wir haben dann auch mit Seelsorgern gearbeitet muslimischen jüdischen was immer alle mögliche Glaubensrichtung und haben dann sogar in Zürich eine der Trauerfeiern, die wir gemacht haben war eine ökumenische, multi-ökumenische Trauer Feier wo glaube ich sieben oder acht Religionen vertreten waren.

00:27:51: All das haben die mit geholfen zu organisieren.

00:27:54: Ich bin mal im Crew Center der jetzigen Swiss gewesen.

00:27:57: Das ist ja auch schon das Gebäude und da gibt es wo man reinkommt.

00:28:01: Gibt es diese Gedenkstelle?

00:28:03: Die ist wirklich sehr prominent, wenn man reinkommt.

00:28:06: Also wie hat dieser Prozess der Verarbeitung dann stattgefunden, der – wie man ja sieht bis heute – anhält?

00:28:13: Gut, ich meine das ist ganz natürlich und normal.

00:28:17: Das sieht man auch in anderen Kontexten.

00:28:19: Menschen wollen sich irgendwo dokumentieren durch eine Kerze, durch Blumen oder was so immer.

00:28:24: Dieser Raum, den Sie da gesehen haben im Operations Center ist perfekt geeignet für das.

00:28:30: Ich weiß heute gar nicht mehr was davor her war.

00:28:32: Der war wahrscheinlich irgendwie nicht besonders...

00:28:35: Denkt vielleicht ein Logo von der Airline oder irgendwas.

00:28:38: Und der war.

00:28:39: innerhalb von Minuten wurde er dann umgestaltet und sagt so hier ist der Platz wo man das hinterlegen sich dokumentieren andere Leute treffen kann denn das ist ganz wichtig.

00:28:50: Menschen brauchen auch einen Ort wo man sich und wir können nicht alle nach Halifax fliegen.

00:28:56: Und war der Ort, sich zu treffen da im Operation Center?

00:28:59: Und das ist er heute noch.

00:29:00: Wie ging Ihre Arbeit dann nach dem Absturz weiter?

00:29:03: die Monate, die Jahre danach?

00:29:06: Gut ich sage mal so... Die erste Zeit danach waren im Wesentlichen die Verarbeitung nochmal zu schauen.

00:29:13: was kann man daraus lernen, was für Auswirkungen hat es für die Ausbildung?

00:29:18: wie können wir sie betreuen?

00:29:20: Das war die Die generelle Aufgabe, meine persönliche war dann auch die Betreuung der Angehörigen.

00:29:26: Ich war auf jeder Trauerfeier von unseren Besatzungsmitgliedern.

00:29:31: Das war eine ziemliche Belastung hintereinander sehr unterschiedlich aber natürlich alle extrem bewegend, wenn ein Mensch verloren wurde und darüber hinaus hat es verschiedene Aktionen gegeben.

00:29:46: wir haben zum Beispiel die Angehörigen der Absturz auf ein jedes Jahr zu einem Treffen eingeladen und gesagt, wir wollen den Kontakt aufrechterhalten.

00:29:58: Wie ist die Zeit gewesen nach dem Absturzz als noch nicht ganz geklärt war was die Absturzu-Sache gewesen ist?

00:30:04: Die MDF das damals betroffene Flugzeug ist ja dann auch weitergeflogen.

00:30:08: es war Bestandteil der Flotte Swiss Air.

00:30:11: sind die Piloten gerne in dieses Flugzeug eingestiegen?

00:30:17: Ja, ich glaube da hat es nicht ein Problem gegeben.

00:30:20: Die Piloten wussten was das Flugzeug kann und Es war ja auch relativ schnell klar Was da passiert ist wie dass da einen brand entstanden ist Und die piloten haben dann darauf vertraut dass die ursache für so einen brand Ausgeschaltet wird oder dass das genau des gleiche nicht wieder passieren kann?

00:30:42: Das ist passiert.

00:30:43: also ich habe jetzt von keinem Piloten gehört, dass er sagt.

00:30:46: Ich will gerne umgeschult werden in das Flugzeug

00:30:50: steig ich

00:30:51: nicht

00:30:51: mehr ein.

00:30:52: Drei Jahre nach dem Absturz ist die Swiss Erdan Pleite gegangen und gegroundet worden.

00:30:58: hat der Absturz von Flug-Einhundert Elf etwas mit dem Grounding zu tun?

00:31:03: Ich glaube die beiden Ereignisse haben nicht direkt was mit der Inhaltlichste sowieso nicht.

00:31:08: Das eine ist ein technisches Problem wenn man so will, das andere ein wirtschaftliches.

00:31:15: Aber ich glaube, die Erfahrung aus dem Halifax-Absturz und dem Krisenbewältigung hat mir persönlich sehr geholfen bei der Bewältigung des Groundings.

00:31:28: Denn was mir klar geworden ist – man muss die Menschen mit denen man in so Krisensituationen eng zusammenarbeitet wirklich gut kennen!

00:31:38: Denn Menschen in solchen Extrem-Situationen verhalten sich nicht so, wie sie sich bei schönen Wetter im Büro verhalten.

00:31:45: Nicht immer und nicht alle!

00:31:47: Und je besser man das vorhersehen kann und die Leute kennt und weiß was macht das jetzt mit dem?

00:31:53: Desto besser kann man auch dann kooperieren und zusammenarbeiten.

00:31:56: dass diese Idee ich muss mich mehr für die Menschen interessiere mit denen ich arbeite.

00:32:02: Ich muss sie vor allen Dingen besser kennenlernen.

00:32:05: Das hat mir nachher Beim Grounding geholfen, da sagt genau Wiederkrise.

00:32:10: Wieder gehen wir über die menschlichen Limits hinaus und wieder ist es wichtig wie wir miteinander umgehen.

00:32:16: Und da hat mir das sehr geholfend, dass ich sie besser kannte als ich sie damals bei Halifax kannte.

00:32:23: Aber wirtschaftlich sehen Sie da kein Zusammenhang, sondern sagen kann, dass war im Prinzip der Anfang vom Ende dieser Absturz?

00:32:29: Nein!

00:32:29: Ich glaube, das wäre konstruiert.

00:32:31: Denn zum dabei längsten Zeitpunkt waren ganz andere Faktoren.

00:32:35: Natürlich hat die Swissair einen Teil der Kosten durch den Halifax-Absturz von Versicherung ersetzt bekommen.

00:32:43: Wahrscheinlich sind die Versicherungsprämien gestiegen, natürlich haben ganz viele Kosten an uns enge geblieben.

00:32:49: letztlich am Ende aber das hat keinen Einfluss gehabt nach dem Motto oh wenn das nicht passiert wäre auch das Grounding nicht passiert.

00:32:57: das wär wirklich zu weit hergeholt.

00:32:59: Alles klar Dankeschön für die Einblicke, die Analyse.

00:33:03: Jetzt kommt ein weiterer Zeitzeuge zu Wort.

00:33:06: Jemand, der damals als Flug-Einhundertelf abgestürzt ist keine leichter Aufgabe hatte – Urs-Peter Neff war damals Impresseteam der Swiss Air.

00:33:15: seine Aufgabe damals die Kommunikation mit den Medien.

00:33:19: Enne, wo waren Sie damals, als sie die Nachricht vom Absturz von Swiss Air-Einehundertelf erhalten haben?

00:33:26: Das war mein erster Ferientag und meinen Herbstferien.

00:33:29: Ich war Zuhause habe nichts gewusst.

00:33:32: Meine Mutter hat mich angerufen, ich glaube es war elf oder halb Elf und er gesagt schrecklich und ich sage was schrecklig?

00:33:40: Und sie sagt hast du nicht gehört?

00:33:41: Ich hab keinen Radio gehört.

00:33:42: Ich bin im Urlaub, ich hab frei.

00:33:44: Sie sagt ja wie sehr Flugzeug sei abgestürzt um elf oder um zwölf so gäbe seine Pressekonferenz.

00:33:51: Und die habe ich dann geschaut und dann habe ich meine Frau angeschaut.

00:33:55: Dann habe ich noch ein sauberes Elm.

00:33:57: Ich muss zur Arbeit.

00:33:59: Viertelstunde später saß ich im Auto und fuhr nach Kloten.

00:34:03: Im Bausberg, wo ich dann die nächsten Tage auf war.

00:34:07: Was waren so Ihre ersten Gedanken, die Ihnen durch den Kopf gegangen sind als Sie im Auto gesessen haben?

00:34:11: Was fühlte man da?

00:34:15: Eine große Lehre irgendwie weil das der letzte Absturz war glaube ich erneunzebzig in AT in denen oder seltsam Unglück dass die Swisse hatte und die Swisser galt als eine der... Sichersten Airlines auf der Welt und es war so, dass Unvorstellbare das passiert ist.

00:34:33: Und ja man hat sich da schon gefragt was kommt jetzt auf uns zu?

00:34:39: Was passiert ist?

00:34:40: Was machen wir?

00:34:43: Ich bin da einfach hingefahren und hab gesagt Wir müssen uns jetzt dem stellen und schauen was wir daraus jetzt machen können.

00:34:53: Gerade die ersten Stunden nach so einem Absturz sind natürlich sehr herausfordernd.

00:34:56: Die Lage ist sehr unübersichtlich, das zeigen auch die Bilder der Schweizer Tagesschau vom Genfer Flughafen am Tag nach dem Absturz.

00:35:05: Diese Szenen haben heute Morgen den Flughafen Genfkontrain beherrscht.

00:35:08: Entsetzen, Bestürzungen und Fassungslosigkeit bei Angehörigen und Bekannten.

00:35:13: Keiner der twohundertneunundzwanzig Insassen hat in Swissair-Flug hundertelfe New York überlebt.

00:35:18: Doch eine offizielle Bestätigung der Passagierliste war am Vormittag nicht zu erhalten.

00:35:24: Mein Sohn war vielleicht auf dem Flug.

00:35:26: er sollte heute morgen zurückkommen.

00:35:27: Sie wissen also noch nichts?

00:35:29: Nein!

00:35:29: Nichts.

00:35:30: Vielleicht gibt es eine Liste der Passagerer und der Crew.

00:35:34: Die eilig eingerichtete Nottelefonzentrale läuft auf Hochtouren, speziell ausgebildetes Personal versucht zu helfen.

00:35:41: Und das Krisenzentrum empfängt immer mehr Familienangehörige – rund fünfzig Psychiater, Ärzte und Seelsorger versuchen den Schmerz zu

00:35:48: lindern.".

00:35:49: Ja klar die ersten Stunden nach so einem Absturz sind natürlich total herausfordernd.

00:35:54: auch darum geht's im neuen Kinofilm One Eleven Echoes from Halifax!

00:35:58: Wie waren sie auf so ein Ereignis vorbereitetem Presse-Team?

00:36:04: Wir hatten kurz vorher eine Emergency-Übung.

00:36:08: Das hat der Möllner ja auch gerade schon erzählt?

00:36:10: Und Bert Chance, die damalige Leiterin der Kommunikation das wissen und ich habe uns angeschaut und gesagt da müssen wir jetzt dringend mal was machen!

00:36:19: Wir müssen ein Manual machen, einen Krisenmanual.

00:36:23: Ja, Checklisten machen und man hat das natürlich immer, wie es halt so ist vor sich hergeschoben.

00:36:29: Man hat's nicht wirklich gemacht.

00:36:30: Das

00:36:30: heißt die Checkliste war noch nicht fertig?

00:36:32: Nix war da!

00:36:34: Und dann ist es passiert und dann haben wir eigentlich die Checkliste on the job gemacht und das Konzept.

00:36:41: Was wussten Sie in den ersten Stunden nach dem Absturz?

00:36:46: Im ersten Moment wussten wir ja ganz ganz wenig.

00:36:49: Das sieht man auch aus unserer ersten Kommunik, in unserem ersten Kommuniker haben wir nichts gesagt.

00:36:56: Aber wir haben ein Kommuniker gemacht mit einer Nummer wo die Medien anrufen konnten und Die Telefonnummer war besetzt, also wir haben geantwortene Medienmitteilung standen.

00:37:07: Da ist ein Zwisserflugzeug und diese Zeit auf dem Flug von New York nach Kempf mit der Flugnummer so und so in Halifax abgestürzt sei.

00:37:18: Damals haben wir noch gesagt, dass es zuhundertundzwanzig Personen an Bord sind.

00:37:22: Mehr wussten wir nicht!

00:37:24: Das haben wir kommuniziert.

00:37:26: das war eine erste offizielle Stellungnahme.

00:37:28: die war ich glaube Al-Wacht, oder um acht Uhr am Morgen war die draußen schon und kurz danach die erste Pressekonferenz.

00:37:36: Wir wussten immer noch nicht mehr.

00:37:38: aber die Journalisten haben gesehen Hopla da gibt es eine Truppe!

00:37:43: Die will uns bedienen, die will unsere Arbeit auch erleichtern dem sie uns eben Antworten gibt.

00:37:50: Und dann wurde ja relativ schnell dieses Flugzeug gechartert von der Balle nach Halifax wo das Go Team, das Care Team und Journalisten mitgingen.

00:38:01: Wir haben da auch Journalistinnen gefragt, wollt ihr mit?

00:38:04: Und auf dem Flug war auch Chef Katz der CEO des Wissers und die konnten mit ihm reden.

00:38:09: Als die Journalisten in Hellifax ankommen hatten sie schon die erste Geschichte um nach Hause zu sein.

00:38:14: also so haben wir eigentlich den Journalisten relativ schnell klar gemacht und gezeigt kommt zu uns!

00:38:21: Wir sorgen dafür oder wir kümmern uns um Antworten.

00:38:24: Wie haben Sie das Medieninteresse damals wahrgenommen?

00:38:27: In der Schweiz war das natürlich die Geschichte, aber eben nicht nur hier nach Schweizer.

00:38:31: Nein in der Schweiz, ich sage jetzt Bösbliners!

00:38:35: Aber die ganze Welt kam auf uns.

00:38:38: Ich sehe noch das Bild von mir vom ersten Pressekonferenz im Auditorium der Flugschule, der Swissair.

00:38:44: Das war so ein Kessel mit hohen Stufen wie einen Hörsaal.

00:38:53: Wir mussten also Bert Johnson und Brookys auf die Pulte krabbeln, damit sie überhaupt sichtbar waren.

00:39:01: So viele Presseleute waren da aus der ganzen Welt sofort.

00:39:04: Da war alles da umgehend!

00:39:07: Alle Korrespondenten von überall waren da und das war ein ... wir waren ja schlagen und auch darauf haben wir nicht vorbereitet und haben dann relativ schnell einen Saal angemietet in einem anderen Gebäude wo wir wirklich eine Pressekonferenzsituationen aufgebaut haben, wo wir dann regelmäßig Briefings für die Medien gemacht haben.

00:39:28: Der Druck muss riesig gewesen sein?

00:39:31: Ja!

00:39:32: Aber der Druck eben nicht nur von den Medien – es war natürlich auch der Druck von den Angehörigen, die missen wollten oder gibt's Überlebnis, kein Überleben, wo sie sind und wo gibt sich Informationen….

00:39:45: wie komme ich allenfalls da hin?

00:39:47: Und natürlich die Bevölkerung der Schweiz, die war total betroffen Und auch die ganze Aviatik war betroffen, weil Leben dies wie sehr galt als ausgesprochen sichere Airline und das Unvorstellbare war eingetreten.

00:40:02: Wie hat Ihre Abteilung mit den Careteams zusammengearbeitet?

00:40:06: Sehr intensiv!

00:40:08: Also der Leiter der Careteam, also mit dem habe ich damals zuständig für die Logistik-Division in der Kommunikation.

00:40:18: Wir haben sehr eng zusammengearbeitet vorher schon Und nachher war der Ausdurchschnitt sehr, sehr eng.

00:40:29: Wir wollten den Angehörigen die gleichen Informationen geben wie dem Medien.

00:40:32: und nun gekehrt auch so ... Wie das geht

00:40:35: halt oder

00:40:36: man kann nicht alles von den Angehörigen auch der Medien geben.

00:40:40: Aber wir mussten ja auch den Medien so viel geben dass die Angehöhrungen geschützt waren.

00:40:46: Man kennt ja diese Geschichte, wenn irgendwas passiert, dass ein Journalist als Arzt verkleidend in den Spital geht und da was herausholen will.

00:40:55: Und das mussten wir vermeiden!

00:40:56: Hat so etwas gegeben?

00:40:57: Ja

00:40:58: Es hat in Halifax im Hotel, wo die Angehörigen waren, Journalisten gegeben.

00:41:02: Die haben Zettel unter der Tür in die Zimmer geschoben und gesagt Wir zahlen euch Betrag X, wenn ihr am Abend mit uns redet.

00:41:09: Das ist ziemlich unappetitlich.

00:41:12: Aber das ist eben auch Realität, damit muss man auch umgehen.

00:41:16: Um diese Gefahr zu bannen oder zu minimieren, ist es eben wichtig dass wir den Journalisten möglichst das geben was sie brauchen um ihre Arbeit machen zu können und auch Verständnis dafür entwickeln.

00:41:28: Dass wir das was wir haben sagen, was wir nicht haben sagen wir nicht.

00:41:33: Wir spekulieren auch nicht.

00:41:34: Das war ganz wichtig.

00:41:35: Spekulation gab's natürlich auch nach dem Absturz?

00:41:38: Wie sind Sie damit umgegangen?

00:41:40: Wir haben Spekulationen nie kommentiert, wir haben immer gesagt zu Spekulationen reden wir nicht.

00:41:48: Wir reden über Fakten.

00:41:49: Wir halten uns am Fakton und wir reden über fakten wie sie im Moment für uns präsentieren.

00:41:56: Und in Zuge der Untersuchung gab es immer wieder neue Ergebnisse und die Fakte haben dann auch teilweise sich ein bisschen verändert und damit konnten wir gut umgehen weil wir eben immer fakten kommuniziert haben und nur auf Fakten kommuniziert, aber nun uns nie an Spekulationen beteiligt haben.

00:42:14: Sie sind ja dann irgendwann auch nach Halifax, nach Kanada geflogen?

00:42:17: Wie hat Ihre Arbeit davor ausgesehen?

00:42:20: Die war sehr spannend.

00:42:21: Einerseits war ich sehr intensiv mit den Untersuchungsbehörden verbunden, mit dem Kommunikationsverantwortlichen.

00:42:28: Wir haben sieben wieder abgestimmt.

00:42:30: Was sind die Erkenntnisse?

00:42:31: Was können wir da rausnehmen für die Medien und für die Angehörigen?

00:42:39: Da haben wir Besse reisen gemacht.

00:42:43: Die Untersuchungsbehörden haben ja dieses Flugzeug eigentlich die vordere Nase da nachgebaut, wo man das Gefühl hatte, dass ist der Corpus delicti und da haben wir zum Teil ganz schreckliche Bilder natürlich auch gesehen oder auch Bilder, die uns in unserer Vorstellung wieder andere Bilder erzeugt habe, die waren nicht immer nur lustig aber Es war verdammt spannend, ich habe gelernt in meinem Leben was Kommunikation ist.

00:43:12: Das gibt es in keiner Schule.

00:43:14: So tragisch das Unglück ist.

00:43:16: aber das war eine Lehre die war fantastisch!

00:43:20: Es ist ja zuerst so ne Berichterstattung da wird gefragt Was ist passiert?

00:43:23: und irgendwann geht's dann in Richtung wer ist verantwortlich dafür?

00:43:28: Wie kompliziert war das denn für ihre Pressearbeit?

00:43:30: Das

00:43:31: war sehr kompliziert weil Es gab sehr schnell Spekulationen über die mögliche Ursache.

00:43:40: Es war nie klar, hat ein Kurzschluss einen Brand ausgelöst oder hat einen Brand einen Kurzschluß ausgelösst?

00:43:48: Das war bis zum Schluss eine heikle Frage auch von den Untersuchungsbehörden und die haben das ja akribisch untersucht und es war wirklich schwierig herauszufinden.

00:43:57: Aber stand dieses In-Flight Entertainment System also das Bordunterhaltungssystem stand sofort im Fokus Und dann kommen natürlich all diese selbsternannten Propheten.

00:44:08: Ja, ich saß auch in einem Flugzeug mit diesem System und der Boden war heiß.

00:44:14: Ich musste die Schuhe anziehen.

00:44:16: Ich konnte nicht barfuß auf dem Boden stehen.

00:44:18: Lauter solche Geschichten kamen ... Ach das war schwierig!

00:44:23: Weil da gab es keine Fakten.

00:44:26: Man hat dann das System sofort abgestellt und nicht mehr verwendet, in den Flugzeugen nicht mehr hochgefahren.

00:44:33: Aber die Diskussion, die war bis zum Schluss da.

00:44:37: Damals gab es ja noch kein Social Media.

00:44:39: Das war wahrscheinlich glück... Ja, wollte ich gerade sagen?

00:44:42: Das war in diesem Fall wirklich Glück oder?

00:44:44: Ja das war absolut Glück weil ich hab's nach einem anderen nächsten Beruf habe ich dann erlebt was Social Media anrichten kann und wie die Leute einfach ... Kopflos in die Tasten hauen und Dinge ansprechen oder verbreiten, die wirklich Harne Bücher sind zum Teil.

00:45:05: Und das hat uns natürlich sehr geholfen, dass es damals nicht gab.

00:45:09: Das wäre schlimm gewesen.

00:45:10: Es hat genug Angehörige gehabt.

00:45:15: für sie waren wir wirklich die größten Feinde.

00:45:18: Wir haben ihre Liebsten getötet.

00:45:21: Haben Sie uns ins Gesicht gesagt?

00:45:23: Ich habe meinen Mann getötelt.

00:45:26: Und da gab es natürlich auch Bewegungen, vor allem in Amerika.

00:45:30: Zwei-drei Familien waren sehr intensiv und sehr anstrengend aber unvorstellbar was da losgetreten wäre wenn's damals Social Media gegeben hätte.

00:45:43: Wie sind Sie damit umgegangen als Presse Team?

00:45:45: Wenn ja solche Statements die aus Sicht der Angehörigen irgendwie auch menschlich nachvollziehbar sind dann auf sie zugekommen sind...

00:45:54: Die Schwierigkeit war eben, dass diese Leute zum Teil von sich aus zu den Medien gingen und irgendwas erzählt haben.

00:46:01: Vielleicht hat es gestimmt, vielleicht hat es nicht gestimmt.

00:46:04: Und dann kamen die Medien wieder zu uns und die hätte gesagt das und ja da sind ... Das ist wieder einfach nicht Fakten passiert.

00:46:12: Es war zum Teil schwierig und da habe ich sehr eng mit Franz Bucher vom Care Team zusammengearbeitet wo wir dann miteinander versucht haben, wie gehen wir damit um?

00:46:22: Wir haben auch relativ schnell einen Newsletter für die Angehörigen gemacht und haben eben die Fakten, die die Untersuchungsbehörden geliefert haben.

00:46:32: Die haben wir verpackt in ein Newsletter und haben den Angehöhrigen zugestellt und die waren sehr dankbar dafür.

00:46:40: aber das hat da gewisse Leute halt nicht beruhigt und muss man einfach akzeptieren.

00:46:47: Wir haben es diesen Podcast schon mehrfach gehört.

00:46:49: Die Swissair war eine sehr angesehene Airline.

00:46:52: und dann eben dieser Absturz, diese MDF-Maschine.

00:46:55: Wie sind Sie da kommunikativ damit umgegangen?

00:46:58: Damit dieser gute Ruf möglichst bestehen bleibt?

00:47:01: oder geht das gar nicht?

00:47:04: Da gibt's auch ganz erstaunliche Untersuchungen die nachher passiert sind.

00:47:09: also das Image oder die Reputation der Swissair hat eigentlich unter diesem Absturzt praktisch nicht gelitten weil Verarbeitung von der ersten Sekunde an.

00:47:19: So professionell, handhaber

00:47:22: also

00:47:23: wie sagt man ad hoc aber sehr professionell passiert ist mit Philipp Ruckisser und auch Béard Chance die alles im Sinn der Angehörigen gemacht haben einerseits aber andererseits auch im Sinne der Untersuchung dass man möglichst Hand bietet um Zum Beispiel die Kanadier, die kennen die MDF nicht.

00:47:46: In Kanada fliegt keine MDF und da sind Techniker von uns waren permanent in Halifax und haben den Untersuchungsbehörden alle Fragen beantwortet wo ist was in dieser MDF?

00:47:59: wie funktioniert das Cockpit?

00:48:01: Wo laufen diese redundanten Systeme durch usw.

00:48:05: Und die Professionalität wie wir mit dem umgegangen sie nicht nur in der Kommunikation, auch im Management und in der Technik.

00:48:13: Das hat eigentlich das Vertrauen in die Swissair durch diesen Umfall mich beschädigt vielleicht sogar gestärkt auch noch.

00:48:21: Sie gelten als einer der besten Schweizer Krisenkommunikatoren.

00:48:25: was hat sie?

00:48:26: Der Absturz von Swissair-Einhundertelf gelehrt?

00:48:29: Ich habe es vorhin gesagt schnell offen ehrlich Transparen kommunizieren an Fakten halten und wir haben es dann ja nachher leider noch ein paar mal machen müssen.

00:48:41: Es gab noch diese zwei tragischen Umfälle von Corsair, es gab Nine-Eleven, es gabs Harz, es gibt noch verschiedene Momente wo wir wieder im Einsatz waren, wieder in Merzenzirumen waren und früher... Was ja so, wenn ein Flugzeug abgestürzt ist das erste was man gemacht hat.

00:49:02: Man hat einen Kübelfarbe geholt und hat das Leitwerk übermalt damit man nicht sieht von welcher Erländer es ist Und dass das nicht funktioniert.

00:49:10: Das hat sicher uns diese Arbeit auch gelehrt.

00:49:14: Steht zu dem was passiert ist und zeigt Flacke Sei da für die Menschen und für die Medien und kommuniziere sie transparent du kannst.

00:49:25: Letzte Frage, wie sind Sie damals ganz persönlich mit diesem Absturz umgegangen?

00:49:29: Ich meine sie waren dann ja auch vor Ort haben die Angehörigen erlebt.

00:49:32: Haben die Bilder gesehen, die Wrackteile, die da in der Halle gestanden haben.

00:49:37: Wie haben Sie persönlich das verarbeitet?

00:49:39: Also hier war interessant.

00:49:41: ich habe die ersten zehn Tage hab' ich nur funktioniert.

00:49:43: also ich bin dann wie ich dahin gegangen bin am erster Tag und bin ich glaube ich achtundvierzig Stunden später so wieder nach Hause gekommen.

00:49:51: wir haben einfach funktioniert Und nach zehn Tagen war ein Gottesdienst in Zürich, ein Erster.

00:49:58: Ich war zu Hause und habe das am Fernsehen gesehen und da fiel alles von mir ab.

00:50:04: Also ich hab dann zu Hause einfach mal geheult und es fiel Alles.

00:50:09: von mirab ist ich komplett fertig.

00:50:13: Und danach hat man wieder funktioniert.

00:50:17: Das Ganze intensiv hat eigentlich einen Jahr gedauert.

00:50:21: oder sehr erstaunlich?

00:50:22: Aber erklärbar!

00:50:24: Für die Hinterbliebenen in einem Jahr passiert alles einmal zum ersten Mal.

00:50:29: Weihnachten ohne Vater, Geburtstag ohne Mutter oder Bruder oder Hochzeitstag – alles passiert einmal.

00:50:36: und nach einem Jahr haben wir ja die Leute nochmal zu einem Memorial eingeladen nach Halifax.

00:50:44: Da sind viele Leute gekommen Und ich weiß, da sind wir in Pegascove.

00:50:50: Die Kuh und die ganzen Swisser-Leute, die ist Management, die Kommunikation... ...und andere, die da vor Ort waren, sind Spalier gestanden an dem Weg wo die Angehörigen runtergingen zu diesen Whalesback.

00:51:03: Das sind diese Steine, die aussehen wie Walrücken.

00:51:07: Darauf hat es ein unglaubliches Zähnen von Abschied gegeben.

00:51:10: Ich sehe das Plakat mit den Blumen und das ist auch so ein Bild Und auf dem Rückweg sind wir wie der Spalier gestand und ich stand erst in der Kurve außen.

00:51:22: Es war fast nicht auszuhalten die Leute, wie sie einem anschauen und in diese Gesichterau zu schauen.

00:51:29: Dann kam ein Mann – ich glaube es war ein Serbe – und er kam auf uns zu hat uns die Hände geschüttelt und hat sich bedankt, wie wir mit dem Ganzen umgehen und wie wir Sie immer einbinden.

00:51:42: Nach diesem einen Jahr war BANG!

00:51:45: Es wollte niemand mehr den Newsletter.

00:51:48: Die Kommunikation fand wirklich zu den Angehörigen nur noch ganz, ganz vereinzelt statt.

00:51:53: Zu dem Medienjahr bis halt dann fünf Jahre später der Untersuchungsbereichbericht eröffentlicht wurde.

00:52:00: aber das Ganze war eigentlich.

00:52:02: nach einem Jahr ist die Blase wie geplatzt.

00:52:06: da war auch das Interesse weg Aber das eine Jahr war sehr, sehr intensiv.

00:52:11: Dankeschön für diesen sehr persönlichen Rückblick vielen Dank.

00:52:16: Der Absturz von Swissair-Einhundertelf und die Folgen für ganz viele Menschen.

00:52:23: Es sind ganz unterschiedliche Schicksale, Menschen, die ihre Geliebten verloren haben aber auch die Mitarbeiter der Careteams, die damals beste Arbeit geleistet haben.

00:52:32: Unter anderem darum geht es im ganz neuen Kinofilm One Eleven Echoes from Halifax.

00:52:38: Der feiert jetzt am neunzwanzigsten September, Premiere beim Zürich Filmfestival und für alle ist er dann zu sehen ab dem ersten Oktober in den Kinos hier bei uns in der Schweiz sollten sie sich nicht entgehen lassen – der Film läuft nur im Kino!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.